Hei Helsinki! Hei Berlin!

Das Wochenende steckte voller letzter Highlights. Ich werde diese aber lieber mit Bildern zeigen als viel zu beschreiben (:

Nah des Sibilius Denkmals befindet sich das Café Regatta. Dort gibt es die besten Zimtbrötchen der Stadt!
Osterfeuer auf der Eichhörnchen Insel Seurasaari
Ein Tagestrip nach Talinn lohnt sich wirklich!
Talinn Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe.
Und das berechtigt!
Es ist wirklich traumhaft durch die kleinen Gassen zu spazieren.
Und täglich grüßt das Mur- äh.. Rentier!
In Espoo kann man die am südlichsten lebenden Rentiere Finnlands besuchen und füttern.
Im Frühling werfen sie ihre Hörner ab, deshalb sind sie etwas ‚kahl‘ auf dem Kopf 😉

Ja, also wir Ihr seht, habe ich noch einiges an meinen letzten Tage erlebt. Ich möchte die Zeit hier nicht missen und werde dieses wunderbare Land unbedingt wieder besuchen.

Das wars dann auch von mir. Ich sitze nämlich gerade am Flughafen in Vantaa und steige gleich in den Flieger zurück nach Berlin. Somit sage ich mit leichter Wehmut Hei Helsinki aber auch mit Freude Hei Berlin!

Viikko 6

… die letzte Arbeitswoche ist geschafft
und das Abenteuer neigt sich dem Ende zu

Heute war mein letzter Arbeitstag in der Bibliothek, da in Finnland Karfreitag auch ein Feiertag ist.
Ich habe diese Woche weiter am Marbacher Magazin gearbeitet. Den Großteil der Hefte konnte ich bearbeiten aber es ist noch viel übrig: dann für den nächsten Praktikanten ^^
Am Mittwoch gab es eine Abendveranstaltung, in der Robert Seitovirta einen Vortrag über Migrationsliteratur gehalten hat. Es war wirklich ein interessantes Thema und ich habe mir einige der vorgestellten Bücher aufgeschrieben!
Die Veranstaltung war noch einmal ein Highlight bei der Arbeit in der Bibliothek, da ich ja in einer wissenschaftlichen Bibliothek arbeite und somit seltener in Kontakt mit Events komme.

Es hieß dann leider auch Abschied nehmen..
Ich musste schon aufpassen: die Tränen standen mir in den Augen und drohten zu fließen, als ich dann auch noch ein Abschiedsgeschenk von meinen Kolleginnen bekommen habe.
Nach einer herzlichen Umarmung und Glückwünschen ging ich noch ein bisschen am Hafen spazieren. Langsam füllt sich dieser auch mit mehr und mehr Zelten und Touris.
Der Abschied fällt aber nicht ganz so schwer, da ich im Herbst noch einmal die Bibliothek besuchen werde, da eine Freundin von mir ebenfalls ein Praktikum in Helsinki macht!

Dom, Kathedrale, Riesenrad, Hafen.. alles nah beinander
.. in Helsinki gibt es nicht nur eine Deutsche Bibliothek,
sondern auch eine Deutsche Kirche.
Und natürlich auch eine Deutsche Schule (;
Der Jugendstil ist oft in Helsinki zu sehen.
Jeden Abend geht die Sonne nun immer später unter. Als ich im März ankam, war es schon gegen 18 Uhr dunkel.
Mittlerweile ist es schon bis 21 Uhr hell draußen!
Im Sommer wird es ja dann 22 Stunden am Tag hell sein.

Mehr habe ich von dieser Woche (noch) nicht zu berichten. Ich war noch in zwei Museen aber das war es dann auch schon, da ich ja morgen wieder Besuch aus Deutschland bekomme und wir ein volles Programm am Wochenende haben!
Ich werde aber über meine letzten Tage hier noch einen Eintrag verfassen.

Hei Hei!

Viikko 5

.. die vorletzte Woche ist nun vorbei.
Wo ist die Zeit hin verschwunden?

Hei!
Ich kann gerade gar nicht glauben, dass schon 5 Wochen rum sind. Dabei habe ich mich wahrscheinlich gerade erst so richtig an das Leben hier gewöhnt. (Ja, das hat jetzt doch etwas länger gedauert..)

In der Bibliothek ist immer noch alles super! Das wird sich auch nicht ändern, denke ich ^^
Meine Aufgaben waren wie bisher die Ausleihe, Rücklauf einstellen, Neubestand bearbeiten usw. Zusätzlich widme ich mich gerade wieder den Zeitschriften, bzw. einer einzelnen. Das Marbacher Magazin veröffentlicht ihre Heften meist zu einem bestimmten Thema oder einer Person. Im Moment steht der Großteil noch zusammen. Die Hefte, welche sich mit einer Person befassen, sollen in die Sekundärliteratur aufgenommen werden. Das heißt für mich also erstmal alle Hefte nach Inhalt sortieren, Hefte einzeln aufnehmen, Signatur vergeben..
Das ist also noch ein Projekt, mit dem ich mich in der verbleibenden Zeit beschäftigen werde!

Da mir viele Leute immer ähnliche Fragen zu meiner Zeit in Helsinki stellen, dachte ich, ich mache hier mal eine kleine Zusammenfassung!

Ist in Helsinki schon der Frühling angekommen?
– Jein. An einem Tag denkt man: „Ja, endlich ist er da! Die Sonne strahlt und es sind über 10 °C“.
Dann schneit es plötzlich am nächsten Tag.
Hmm… der April macht, was er will.
Das Sprichwort gilt wohl auch hier, nicht nur in Deutschland.
Als ich hier ankam, lag ja noch überall Schnee und das Wasser waren zugefroren. Der Schnee ist schon seit 2 Wochen weg, wobei ich manchmal noch kleine (aber wirklich kleine!) Häufchen entdecke. Die Ostsee ließ sich noch bis letzte Woche Zeit damit endgültig aufzutauen.
Ich muss auch sagen, dass die beste Zeit um nach Finnland zu kommen, definitiv der Sommer ist! Die Touri-Saison fängt hier auch erst ab Mai an. Daher haben leider einige Attraktionen und Museen erst dann geöffnet. So konnte ich auf z.B. auf Suomenlinna nur die Insel erkunden und keines der vielen Museen besuchen. Auch eine Stadtrundfahrt mit dem Schiff hätte ich gern gemacht, wird aber erst ab dem 30. April angeboten.

Kommt man nur mit Englisch zurecht?
Auf jeden fall! Die Finnen lernen Englisch schon früh in der Grundschule und bisher hat jeder, den ich angesprochen habe, mir auch weiterhelfen können. Teilweise war ich vom sehr guten Englisch so beeindruckt, dass ich ziemlich perplex drein schaute.
Nur einmal als ich „Puhutteko englantia?“ fragte, kam mir ein Englisch/Finnisch-Mix entgegen. Das war ziemlich witzig anzuhören. Mimik und Gestik sowie meine Wörter finnisch, die ich gelernt hab, haben da auch für Verständnis meiner Site gesorgt.
Da schwedisch hier die zweite Landessprache ist, kann man sich ruhig daran orientieren. Viele Wörter sind dem Deutschen doch ähnlich und bringen mich öfter zum schmunzeln.
Hier ein Beispiel aus der Straßenbahn: (Das Zweite ist Schwedisch)

Ich finde, man kann da schon etwas ableiten.

Was war mein bisheriges Highlight?
Die Skyline Helsinkis in der Ateljee Bar. Der Ausblick ist echt atemberaubend!
Bei einem meiner Spaziergänge konnte ich außerdem den bisher schönsten Sonnenuntergang meines Lebens beobachten.

Ein wenig kurioses in Helsinki
Für die Finnen sicher Normalität aber für Deutsche doch mal was anderes ist z.B., dass es hier gemischte Toiletten gibt! Also Toiletten die sowohl von Mann als auch Frau genutzt werden können. Außerdem befindet sich in der Kabine meist ein Waschbecken zum Hände waschen, recht praktisch, finde ich. Kann aber zu längeren Wartezeiten führen.

Im Winter fahren viele Finnen auf der zugefrorenen Ostsee mit Schlittschuhen von Insel zu Insel! Das konnte ich nicht live sehen, da es dafür schon zu warm war.
Aber auf den kleineren Seen in der Stadt konnte ich Helsinkier beobachten, welche mit normalen Schuhen über das Eis liefen.
Eine lustige Erinnerung an meine Zugfahrt vom Flughafen in die Innenstadt: im Wald an einem bergigen Hügel fuhr ein Mann Ski! 😀

1 und 2 ct Münzen sind hier schon abgeschafft. Außerdem wird hier alles mit der Karte bezahlt! Ich hab in Deutschland extra mehr Geld abgehoben, weil ich mir wegen den Gebühren für das Geld abheben unsicher war. Von dem Geld habe ich aber kaum etwas ausgegeben, da hier selbst auf dem Markt am Hafen jeder Händler Kartenzahlung anbietet und sogar präferiert. Auch Banken gibt es wenige und ich musste hier nicht einmal Geld abheben. Es fühlt sich zwar komisch an 5 Euro-Beträge mit Karte zu zahlen aber hier ist das Alltag.

Auch der Bahnverkehr ist was die Digitalisierung angeht, sehr fortgeschritten. In allen öffentlichen Verkehrsmitteln können Ticktes nicht mehr traditionell erworben werden. Die Automaten befinden sich auf dem Bahnsteig. Die meisten Leute hier haben aber eine Chipkarte, welche man mit Zeit oder Geld aufladen kann. Es gibt ein Scangerät in Bus und Straßenbahn, welches dann anzeigt, ob die Karte gültig ist.

Beim Spazieren entdeckt: frei nutzbare Fitnessgeräte mitten im Wald

Dieses Wochenende habe ich es ruhig angehen lassen und letzte Dinge auf meiner Sightseeing-Liste abgehakt. Nächste Woche über Ostern besucht mich eine Freundin und wir verbringen die letzten Tage zusammen. Auf unserer Liste steht unter anderem das Osterfeuer auf Seurasaari, ein Tagesausflug nach Talinn und Rentiere in Espoo füttern!

Dieses abgespacete Gebäude ist tatsächlich eine Bibliothek!
Direkt neben am Hauptbahnhof wurde die Oodi Keskustakirjasto (= Zentralbibliothek Oodi) letztes Jahr eröffnet.
Rolltreppen in der Bibliothek! Hier in der Oodi Bibliothek habe ich auch wieder Nähmaschinen und 3D-Drucker entdeckt
Direkt gegenüber ist das Parlament.
Bei der Aussicht waren natürlich fast alle Fensterplätze besetzt!
Kaivopuisto ist ein Park direkt am Meerbusen Helsinkis.
Im Sommer wenn alles blüht sicher wunderschön zum Spazieren!
Helsinki hat nicht so viele Parks bzw. Grünflächen, die Natur befindet sich eher außerhalb der Stadt (dafür aber reichlich!).
Direkt gegenüber vom Park befindet sich die kleine Insel Pohjoinen Uunisaari , welche man über eine Brücke erreichen kann. Sie ist dann mit der Insel Liuskasaari verbunden. Auf den Inseln kann man einfach auf den Felsen rumklettern und hinaus auf die Ostee schauen.
Im Städtischen Wintergarten findet man nicht nur ausgefallene Pflanzen (;

Viikko 4

Woche 4 voller vieler neuer Eindrücke ist vorbei!

In der Bibliothek habe ich die Verschlagwortung der Krimis beendet. Weiterhin habe ich viel in der Ausleihe geholfen. Den Neubestand habe ich auch bearbeitet, in dem ich Etiketten mit den Signaturen verklebt, die Titel im System erfasst und ins passende Regal eingeordnet habe.
Die Bibliothek veröffentlicht außerdem seit den 80er Jahren jedes Jahr ein Jahrbuch. Diese Bücher sollte ich alle in einer Titelaufnahme erfassen, da vorher jedes einzeln erfasst war. Sonst gab es keine neuen Aufgaben.
Jedoch hat eine Kollegin aus der Bibliothek mir – neben der Führung in Pasila letzte Woche – auch eine Führung in der Bibliothek in Sello organisiert. Sello liegt in Espoo. Das ist die nächst größere Stadt Finnlands und liegt über Helsinki.
Pasila hat mich schon sehr beeindruckt, aber Sello hat nochmal eine Schippe rauf gelegt!
Dort wird nämlich Makerspace ganz groß geschrieben!
Wenn man die Bibliothek betritt, gibt es einen ganzen eigenen Trakt nur für Makerspace.
Wie in Pasila können Räume und Wände für Ausstellungen gebucht werden.
3D-Drucker gibt es ganze fünf Stück! Während meiner Führung durch die Bib, waren Kinder auch fleißig am drucken.
Etwas weiter versteckt, gab es dann weitere Räume mit Instrumenten; ein großer Flügel, ein Klavier, Schlagzeug.. alles was das Musikerherz begehrt! Gitarren und E-Gitarren können ebenfalls ausgeliehen werden.
Für 4 Stunden in der Woche kann dann ein Instrument bzw. Raum gebucht werden. Also für Bandproben ideal! Statt in einer alten Garage oder teuer gemietet im Studio, kann einfach kostenlos in die Bibliothek gegangen werden. Ziemlich spannend auch in Hinsicht auf die Entwicklung von Bibliotheken in der Zukunft. Hier in Finnland sind die öffentlichen Bibliotheken schon mehr zu einem Treffpunkt für Menschen, welche sich kreativ austoben oder einfach nur mit Anderen austauschen wollen, geworden.

Statt teures Geld im Internet auszugeben, kann in der Bibliothek das T-shirt bedruckt werden.

Ganz neu sind auch Nähmaschinen!
Sobald es wärmer wird, öffnet sich außerdem eine Fahrradwerkstatt in der Bibliothek. Dort kann jeder selbst am Fahrrad werkeln und/oder Hilfe von einem Mitarbeiter bekommen.
Wie in Pasila gibt es hier auch „Language Cafés“. Besonders ist aber ein abgetrennter Bereich extra für Erwachsene, bzw. für Flüchtlinge und Ausländer.
Dort können sie nämlich ihre Anträge für Behörden zusammen mit einem Bibliotheksmitarbeiter ausfüllen. Wirklich eine super Sache!
Klar gibt es auch anderswo die Möglichkeit Hilfe zu erhalten aber in der Bibliothek herrscht einfach eine wärmere und lockere Atmosphäre.

Was auch recht neu für mich war, war tatsächlich die Lautstärke in der Bibliothek. Es war zwar 11 Uhr und noch keine Schüler vor Ort, aber einige Kindergartengruppen und Erwachsene im Makerspace-Bereich. Ein klassisches „Ssshhh“ hätte da nicht ausgereicht! Aber das wird dort auch gar nicht gemacht, habe ich auf meine Nachfrage hin erfahren.
Wenn man also einen ruhigen Arbeitsplatz sucht, dann ist man in Sello wahrscheinlich falsch. Wobei es auch abgetrennte Räume gibt, in denen gelernt werden kann. Diese sind auch heiß begehrt!

Die Arbeitswoche war für mich schon am Donnerstag vorbei, da ich die Woche davor ja auch am Samstag gearbeitet hab. Das hat auch super gepasst, da ich Besuch von einer Freundin aus Deutschland bekommen habe (:
Sie kam Freitag-Morgen an und wir begannen nach einem kleinen Frühstück unsere Tour durch die Stadt. Es war schon komisch. Mir sind die Straßen mittlerweile so gut bekannt, während sie mit großen Augen durch die Stadt lief und doch etwas überfordert von den vielen neuen Eindrücken war.
Samstag fuhren wir dann mit der Fähre nach Suomenlinna, eine alte Festungsinsel vor Helsinki. Von dort aus wurde früher die Stadt vor feindlichen Angriffen verteidigt.
Auf der Insel stehen auch noch alte Kanonen und Burgreste. Man kann auf diese sogar rauf klettern. Einige Tunnel sind auch noch vorhanden und sahen sogar begehbar aus. Aber man weiß ja nie, was oder wem man dort begegnet, das haben wir also lieber gelassen!

Das ganze Wochenende über gab es traumhaftes Wetter!
(ich hätte nie gedacht das mal bei 10 ° Außentemperatur zu sagen)

Ein riesiges Highlight war auf jeden fall der Ausblick aus der Ateljee Bar im Zentrum Helsinkis. Die Bar ist in ungefähr 70 m Höhe und man hat einen traumhaften Blick auf die Stadt!
Nur die Preisliste bei den Getränken ist das genaue Gegenteil.
Ein Glas 0,4 l Bier für 10 Euro ist schon taff.
Wobei mir das Bier tatsächlich besser als so manches deutsches Bier geschmeckt hat. Ich hoffe, diese Aussage grenzt jetzt nicht an Landesverrat.
Ein Cocktail kostet dann auch schon 15 Euro. Da hatte das Getränk schon ein bitteren Beigeschmack. Aber der Ausblick war jeden Cent wert!
Außerdem muss jeder der dort ist, unbedingt die Toilette aufsuchen. Von dort hat man einen super Ausblick auf die Stadt (so komisch es klingt, aber macht es! Von mir gibt es keine Bilder als Spoiler (; Sorry!)

Lustigerweise war anscheinend „Wochenende der Deutschen“. Bei der Stadtrundfahrt und auf der Fähre nach Suomenlinna saßen vor und hinter uns Deutsche. Auch im Restaurant konnten wir unsere Muttersprache öfter hören. Das war schon komisch aber doch ganz witzig!

Das wars dann diese Woche von mir. Moi Moi!

Viikko 3

..und schon ist die Hälfte der Zeit rum!
Die Woche verging diesmal sehr schnell.

Und war auch ganz schön anstrengend, denn diesmal war die Bibliothek auch Samstag geöffnet.
Ich habe mich in den letzten Tagen vor allem mit der Verschlagwortung der Krimis beschäftigt. Sie werden auf Deutsch und Finnisch vergeben. Dabei handelt es sich aber immer um die gleichen Wörter; Belletristik, Krimi und Thriller.
Ich durfte auch bei der Ausleihe unterstützend mitarbeiten. Hier wird alles noch per Hand und Zettel gemacht. Nutzerdaten werden auf Papier erfasst und abgelegt und nicht elektronisch gespeichert. Dasselbe gilt für die ausgeliehenen Bücher. Sie haben eine Karte auf der verzeichnet ist, wann der Titel von wem ausgeliehen worden ist.
Am Samstag gab es eine Veranstaltung; ein Erzähltheater für Kinder.
Eine deutsche Autorin erzählte ihre Version des Märchens „Dornröschen“ und band dabei die Kinder aktiv mit ein. Es hat wirklich Spaß gemacht dabei zuzuschauen.
Ich bin auch immer wieder beeindruckt, wie groß die deutsche Gemeinde in Helsinki und Umgebung ist.

Ein Highlight diese Woche war der Besuch der Stadtteilbibliothek in Pasila. Sie ist eine öffentliche Bibliothek mit über 200.000 Medien im Bestand.
Dort habe ich eine Führung durch die Leiterin der Bibliothek bekommen und war schwer beeindruckt von der Einrichtung.
Die Bibliothek ist nicht nur ein Ort für die Ausleihe von Medien, sondern ein Treffpunkt für Menschen aller Art. Es gibt Literatur in allen möglichen Sprachen (Deutsch ist natürlich auch dabei!), damit auch Zugewanderte und/oder Flüchtlinge lesen können. Zur Sprachförderung bietet die Bibliothek „Language Cafes“ an. Dort treffen sich Finnen mit Leuten, die die Sprache lernen wollen und es wird fleißig geübt. Es gibt auch richtige Diskussionsrunden, welche sich an Fortgeschrittenere richten. Die Leiterin erzählte mir, dass dieses Angebot viel genutzt wird und sich an manchen Abenden über 60 Leute eingefunden haben! Daher wurden mehrere Termine angesetzt, da es sich in kleineren Gruppen natürlich leichter lernt.
Was dort auch eine Besonderheit ist, sind Räume in der Bibliothek, welche „gemietet“ (ohne Entrichtung eines Entgeltes) werden können. Egal ob für Lerngruppen der Uni oder einem Meeting einer Firma; jedem stehen die Räume zur Verfügung!
Außerdem bieten sie mehrere Plätze bzw. Wände in der Bibliothek, an denen Künstler ihre Werke ausstellen können. Dies ist auch ein viel genutztes Angebot.
Makerspace ist dort aber noch in den Kinderschuhen, da sind andere Stadtteilbibliotheken schon weiter aber in Pasila wird bald ein 3D-Drucker zur Verfügung stehen.
Ich war wirklich beeindruckt von der Bibliothek!

Ein kleiner Brunnen in der Mitte der Bibliothek, sieht einfach toll aus! auch wenn Wasser und Bücher sich ja eigentlich nicht vertragen (;
eine kleine Galerie, wo Künstler ihre Werke ausstellen können

Umso länger ich hier bin, umso mehr fällt mir aber auf, dass Helsinki gar nicht so groß ist!
Zwei Straßen entfernt von der Deutschen Bibliothek befindet sich schon der Hafen und der Senatsplatz auf dem sich viele Sehenswürdigkeiten befinden.
Der Platz befindet sich außerdem in einer „No Drones-Zone“, dass es sowas gibt, habe ich vorher auch noch nicht gehört.
Nur leider spielt das Wetter hier nicht so ganz mit. An den Wochenenden, wo ausgiebig Zeit zum Sightseeing ist, schüttet es ohne Ende. Unter der Woche gab es aber schöne sonnige Tage. Diese nutze ich für lange Spaziergänge durch die Stadt. Helsinki ist da wirklich ideal für!

Der Dom von Helsinki
Der Trend mit den Liebesschlössern ging auch nicht an Helsinki vorbei!
Passend heißt die Brücke auch „Rakkauden Silta“ (= Brücke der Liebe)

Viikko 2

Woche 2 endlich geschafft!

Und das endlich meine ich leider wirklich.
Diese Woche war ein bisschen für den Müll.

In der Bibliothek ist aber alles super!
Am Mittwochabend gab es eine Veranstaltung. Hannes Saarinen, urprünglich aus Deutschland, erzählte vom Berlin der 20er Jahre. Er berichtete sowohl von den guten und schlechten Phasen der Weimarer Republik. Dabei orientierte er sich u.a. an ausgewählter Literatur, welche zu der Zeit erschien. Zum Beispiel Thomas Manns „Zauberberg“, „Deutschland, Deutschland über alles“ von Kurt Tucholsky oder Alfred Döblins „Alexanderplatz“. Viele der Bücher wurden danach auch fleißig ausgeliehen.
Zusätzlich spielte er noch seine liebsten Musikstücke aus der Zeit, welches den Zuhörern den Inhalt des Vortrages noch einmal näher brachte. Alle waren hellauf begeistert von Saarinens Bericht und anschließend wurde sich bei einem Glas Wasser oder Wein noch weiter über das Thema ausgetauscht.
Das mitzuerleben war super interessant und die Vorfreude auf die zwei weiteren Veranstaltungen, die noch folgen, wächst!
Sonst durfte ich mich diese Woche vor allem mit dem Neubestand der BIbliothek befassen. Dieser muss in das System eingetragen werden. Für die Vergabe der Signaturen wird keine Klassifikation genutzt, da in den 50er Jahren die Bibliothek selbst eine erstellt hat, welche bis heute weiter genutzt wird.
Nach der Erfassung wird natürlich auch die Signatur verklebt und das Buch foliert. Das habe ich auch zum ersten Mal gemacht. Die ersten Exemplare sahen leider nicht so gut aus aber mit der Übung wird man immer besser.

In Helsinki war die ganze Woche leider nur Mistwetter. Heute ist der einzig schöne Tag. Das habe ich auch für einen ausführlichen Spaziergang in der Stadt genutzt. Es gibt selbst direkt im Zentrum schöne Wege bzw. Parks, manche sogar direkt am Wasser.
Auf Sightseeing hatte ich diese Woche auch nur semi-Lust, da eben das Wetter blöd war und mir das alleine nicht so großen Spaß macht. Gestern wollte ich zur Markthalle, wo man viele lokale Spezialitäten und Handwerkskunst erwerben kann. Leider sah ich dann vor Ort, dass sie momentan umgebaut wird und fand keinen Eingang. Stattdessen bin ich dann in eins der zahlreichen Kaufhäuser Helsinkis gegangen und war etwas shoppen.
Bei meinen Spaziergängen sind mir aber viele Kunstwerke mitten in der Stadt aufgefallen. Helsinki ist wirklich eine Stadt für Designer. Auch wegen der zahlreichen Ausstellungsmöglichkeiten, vor allem auch in Museen.
Ich habe mir außerdem ein Ticket für die Oper „Wozzeck“ gekauft, welche gerade in der Nationaloper aufgeführt wird. Das wird auch ganz witzig; in Finnland eine Deutsche Oper mit englischen Obertiteln sehen.

Viele Kunstwerke stehen einfach in der Gegend rum
Die „Kapelle des Schweigens“, in der Nähe vom Hauptbahnhof

Wirklich doof war, dass in meiner Unterkunft seit Sonntag kein warmes Wasser aus dem Hahn kam und die Heizung auch aus blieb. Gestern haben sich die Handwerker dann endlich erbarmt und das Problem in Ordnung gebracht. Aber diese Woche war trotzdem nicht schön und das wiederholt sich hoffentlich nicht. Das hat meine Laune ganz schön runter gezogen. Es kann also nur besser werden!


Moi Moi und bis nächste Woche, wo es mehr zu berichten geben wird!

Viikko 1

Woche 1 geschafft!

Und die erste Woche ist geschafft. Langsam glaube ich, habe ich mich auch eingelebt.

In der Bibliothek besteht mein Alltag hauptsächlich daraus an meinem Projekt zu arbeiten, Bücher einzustellen und alte Exemplare zu makulieren. Das ist recht spannend, da ich das in meiner eigenen Bibliothek nie machen werde, da die Stabi als Archivbibliothek natürlich nur in Ausnahmen, aussondert.
Meine Hauptaufgabe besteht darin die Zeitschriftenbestände der Bibliothek zu bearbeiten. Da sie in der Anschaffung recht teuer sind, wird überlegt einige von ihnen abzubestellen, wenn sie in anderen Helsinkier Bibliotheken oder der näheren Umgebung vorhanden sind. Dafür recherchiere ich in der Suchmaschine „Finna“ nach den Beständen anderer Bibliotheken.
Meine Kolleginnen sind super hilfsbereit und haben immer ein offenes Ohr für mich. Dafür bin sehr dankbar und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit in den nächsten Wochen!

An Sightseeing habe ich diese Woche noch nicht allzu viel „erledigt“.
Da mich in den nächsten Wochen Freunde besuchen kommen, spare ich mir einige Highlights wie z.B. Suomenlinna auf. Außerdem spielt das Wetter auch nicht wirklich mit. Den einen Tag ist es bitter kalt und am nächsten erträglich mit ekligem Nieselregen. Aber es soll sich bald bessern. Und wenn ich diese Woche eins festgestellt habe, dann das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten zu zweit viel mehr Spaß macht!
Eine beeindruckende Sache, die ich diese Woche aber schon gesehen habe, ist die Felsenkirche (Tempeliaukion kirkko).
Wie der Name schon verrät; eine Kirche in einen Felsen gebaut. Das sieht schon sehr beeindruckend aus! Die Wände bestehen komplett aus Fels und gibt der Kirche so einen ganz eigenen Charme. Es gibt keinen Kirchturm, sondern eine Decke aus Kupfer. Von der Form her erinnert es etwas an einen Wok. Aufgrund der guten Akustik finden dort auch oft Konzerte und Musikaufführungen statt. Zu dem Zeitpunkt als ich da war, wurde (wie auf dem Bild zu sehen) wohl auch eine musikalische Veranstaltung vorbereitet.

Mitten in der Stadt steht diese eindrucksvolle Kirche
ein kupferfarbener Wok als Decke 😀

Außerdem habe ich das Theatermuseum (Teatterimuseo) besucht. Der Großteil der Exponate ist nur auf finnisch und schwedisch beschrieben. So konnte ich leider nicht viel verstehen. Aber die Kostüme und Bühnenbilder waren trotzdem schön anzusehen. Es ist auch eine kleine Bühne aufgebaut. Hinter dieser konnte man dann „backstage“ die Umkleidekabinen und Quick-Changes an den Bühnenrändern sehen. Es ist alles sehr liebevoll aufbereitet und es macht Spaß die Räumlichkeiten – trotz Sprachbarriere – zu besichtigen.
Direkt im Gebäude nebenan befindet sich das sogenannte „Kulturzentrum“ (Kaapelitehdas) Helsinkis. In den riesigen Hallen stellen Künstler ihre Werke aus. Die verschiedenen Ausstellungen kann man besuchen, aber auch an Workshops teilnehmen. Es ist schon wirklich beeindruckend, wie Finnland seinen Künstlern solche Räumlichkeiten bietet, schließlich stirbt die Kultur in Deutschland ja immer mehr aus.

Riesige langgezogene Gänge voll mit Kunst

Am Freitag war ich nach der Arbeit im Finnischen Nationalmuseum (die Geschichte des Landes wird wunderbar dargestellt!). Auf dem Weg dahin sah ich demonstrierende Jugendliche. Sie schwänzten die Schule um gegen den Klimawandel zu demonstrieren bzw. um auf diesen aufmerksam zu machen. In diesem Land hier läuft einiges richtig!

Kaapelidehtas bietet draußen einen schönen Blick auf die Ostsee

.. und am Ende der Straße steht mein Haus am See

Tag 1 und 2 in Helsinki geschafft!

Nachdem mein Flugzeug pünktlich 7.10 Uhr in Richtung Helsinki abhob, wusste ich wirklich; jetzt wird es ernst.
Noch vor der eigentlichen Ankunftszeit landete ich in Finnlands Hauptstadt. Wir hatten wohl mächtig Rückenwind. So weit, so gut.
Darauf folgte die Odyssee zu meiner Unterkunft, welche sich auf der kleinen Insel Kuusisaari in Helsinki befindet. Um dorthin zu gelangen, musste ich auch gleich die Geduld der Finnen testen. Schließlich konnten mir aber alle Personen, welche ich nach dem Weg fragen musste, gut weiterhelfen. Auf dem Weg vom Flughafen zum Hauptbahnhof erblickte ich einen Mann, welcher im Wald an einem hügeligen Berg Ski fuhr. Lustig, die Finnen!
An der Tram Station, von der es nur 10 Minuten Fußweg zur Unterkunft zu laufen ist, angekommen, bin ich natürlich in die falsche Richtung gelaufen.
Mit dem Koffer durch die Gegend irrend, rief mich meine Gastgeberin an, da ich ihr geschrieben hatte, dass ich mich verlaufen hatte. Sie sammelte mich dann mit dem Auto ein, wofür ich ihr sehr dankbar war.
Ich wohne in einem Zimmer in einem Haus, direkt am Wasser gelegen. Im Moment ist er noch zum Großteil zugefroren aber trotz dessen sieht er wunderschön aus.


Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf ging ich gleich einkaufen. Sogar Sonntags haben die Geschäfte hier geöffnet! Dafür fährt die Tram nicht rund um die Uhr aber das ist zu verschmerzen.
Beim Einkauf konnte ich auch gleich feststellen, dass niemand gelogen hat, als er sagte, dass hier alles teurer ist. 20-30 % ist da ein guter Richtwert. Auch die Bahnpreise sind für Ausländer saftig.

Nun aber zu heute; meinem ersten Tag in der Deutschen Bibliothek Helsinkis!

Dank Google Maps fand ich leicht den Weg zur Bibliothek.
Drinnen wurde ich herzlich von den zwei Kolleginnen begrüßt.
Als ich die Bibliothek betrat, dachte ich mir gleich:
„Wow, so hab ich mir eine Bibliothek immer vorgestellt“
Meter hohe Regale bis zur Decke vollgestellt mit Büchern und Leitern daneben.
Mittendrin sind kleine Sitzmöglichkeiten und ein extra Raum für die Fennica Sammlung, sogar mit einer Fensterbank. Himmlisch!

Nach dem Kennenlernen wurde mir allgemein etwas zur Bibliothek und dem Bestand erzählt, welcher aus ca. 44.000 Büchern besteht. Hauptsächlich teilt sich dies in Belletristik, Bücher zur Literaturwissenschaft und Linguistik, Wörterbücher und Nachschlagewerke sowie Fachzeitschriften zu Literatur, Sprache und Kultur, Geschichte und Landeskunde. Nicht nur von Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz.
Mir wurden die Signaturen erklärt und um mich mit ihnen vertraut zu machen, habe ich gleich den Rücklauf in die Regale einsortiert.
Kurz wurde mir das Bibliothekssystem „PrettyLib“ gezeigt, damit ich darin recherchieren konnte.
In den nächsten Wochen werden einige Veranstaltungen stattfinden, an denen ich teilnehmen darf. Ich bin gespannt!

Ab morgen wird dann auch die Stadt erkundet. Stay tuned!

Regale bis zur Decke!
Fensterbank mit Ausblick auf die Stadt

It’s the final countdown…

Hei everybody!

Noch genau eine Woche, dann fliege ich los in die finnische Hauptstadt Helsinki. Tja, das ging alles viel schneller als gedacht.

Bin ich nervös? und wie!

Aufgeregt? Oh ja!

Ängstlich? Vielleicht..

Stehe ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch? .. gut möglich

Auf jeden fall heißt es jetzt positiv bleiben.

Schließlich wird das ganze eine super Erfahrung.

Stay tuned für Berichte über meine Abenteuer!