Viikko 4

Woche 4 voller vieler neuer Eindrücke ist vorbei!

In der Bibliothek habe ich die Verschlagwortung der Krimis beendet. Weiterhin habe ich viel in der Ausleihe geholfen. Den Neubestand habe ich auch bearbeitet, in dem ich Etiketten mit den Signaturen verklebt, die Titel im System erfasst und ins passende Regal eingeordnet habe.
Die Bibliothek veröffentlicht außerdem seit den 80er Jahren jedes Jahr ein Jahrbuch. Diese Bücher sollte ich alle in einer Titelaufnahme erfassen, da vorher jedes einzeln erfasst war. Sonst gab es keine neuen Aufgaben.
Jedoch hat eine Kollegin aus der Bibliothek mir – neben der Führung in Pasila letzte Woche – auch eine Führung in der Bibliothek in Sello organisiert. Sello liegt in Espoo. Das ist die nächst größere Stadt Finnlands und liegt über Helsinki.
Pasila hat mich schon sehr beeindruckt, aber Sello hat nochmal eine Schippe rauf gelegt!
Dort wird nämlich Makerspace ganz groß geschrieben!
Wenn man die Bibliothek betritt, gibt es einen ganzen eigenen Trakt nur für Makerspace.
Wie in Pasila können Räume und Wände für Ausstellungen gebucht werden.
3D-Drucker gibt es ganze fünf Stück! Während meiner Führung durch die Bib, waren Kinder auch fleißig am drucken.
Etwas weiter versteckt, gab es dann weitere Räume mit Instrumenten; ein großer Flügel, ein Klavier, Schlagzeug.. alles was das Musikerherz begehrt! Gitarren und E-Gitarren können ebenfalls ausgeliehen werden.
Für 4 Stunden in der Woche kann dann ein Instrument bzw. Raum gebucht werden. Also für Bandproben ideal! Statt in einer alten Garage oder teuer gemietet im Studio, kann einfach kostenlos in die Bibliothek gegangen werden. Ziemlich spannend auch in Hinsicht auf die Entwicklung von Bibliotheken in der Zukunft. Hier in Finnland sind die öffentlichen Bibliotheken schon mehr zu einem Treffpunkt für Menschen, welche sich kreativ austoben oder einfach nur mit Anderen austauschen wollen, geworden.

Statt teures Geld im Internet auszugeben, kann in der Bibliothek das T-shirt bedruckt werden.

Ganz neu sind auch Nähmaschinen!
Sobald es wärmer wird, öffnet sich außerdem eine Fahrradwerkstatt in der Bibliothek. Dort kann jeder selbst am Fahrrad werkeln und/oder Hilfe von einem Mitarbeiter bekommen.
Wie in Pasila gibt es hier auch „Language Cafés“. Besonders ist aber ein abgetrennter Bereich extra für Erwachsene, bzw. für Flüchtlinge und Ausländer.
Dort können sie nämlich ihre Anträge für Behörden zusammen mit einem Bibliotheksmitarbeiter ausfüllen. Wirklich eine super Sache!
Klar gibt es auch anderswo die Möglichkeit Hilfe zu erhalten aber in der Bibliothek herrscht einfach eine wärmere und lockere Atmosphäre.

Was auch recht neu für mich war, war tatsächlich die Lautstärke in der Bibliothek. Es war zwar 11 Uhr und noch keine Schüler vor Ort, aber einige Kindergartengruppen und Erwachsene im Makerspace-Bereich. Ein klassisches „Ssshhh“ hätte da nicht ausgereicht! Aber das wird dort auch gar nicht gemacht, habe ich auf meine Nachfrage hin erfahren.
Wenn man also einen ruhigen Arbeitsplatz sucht, dann ist man in Sello wahrscheinlich falsch. Wobei es auch abgetrennte Räume gibt, in denen gelernt werden kann. Diese sind auch heiß begehrt!

Die Arbeitswoche war für mich schon am Donnerstag vorbei, da ich die Woche davor ja auch am Samstag gearbeitet hab. Das hat auch super gepasst, da ich Besuch von einer Freundin aus Deutschland bekommen habe (:
Sie kam Freitag-Morgen an und wir begannen nach einem kleinen Frühstück unsere Tour durch die Stadt. Es war schon komisch. Mir sind die Straßen mittlerweile so gut bekannt, während sie mit großen Augen durch die Stadt lief und doch etwas überfordert von den vielen neuen Eindrücken war.
Samstag fuhren wir dann mit der Fähre nach Suomenlinna, eine alte Festungsinsel vor Helsinki. Von dort aus wurde früher die Stadt vor feindlichen Angriffen verteidigt.
Auf der Insel stehen auch noch alte Kanonen und Burgreste. Man kann auf diese sogar rauf klettern. Einige Tunnel sind auch noch vorhanden und sahen sogar begehbar aus. Aber man weiß ja nie, was oder wem man dort begegnet, das haben wir also lieber gelassen!

Das ganze Wochenende über gab es traumhaftes Wetter!
(ich hätte nie gedacht das mal bei 10 ° Außentemperatur zu sagen)

Ein riesiges Highlight war auf jeden fall der Ausblick aus der Ateljee Bar im Zentrum Helsinkis. Die Bar ist in ungefähr 70 m Höhe und man hat einen traumhaften Blick auf die Stadt!
Nur die Preisliste bei den Getränken ist das genaue Gegenteil.
Ein Glas 0,4 l Bier für 10 Euro ist schon taff.
Wobei mir das Bier tatsächlich besser als so manches deutsches Bier geschmeckt hat. Ich hoffe, diese Aussage grenzt jetzt nicht an Landesverrat.
Ein Cocktail kostet dann auch schon 15 Euro. Da hatte das Getränk schon ein bitteren Beigeschmack. Aber der Ausblick war jeden Cent wert!
Außerdem muss jeder der dort ist, unbedingt die Toilette aufsuchen. Von dort hat man einen super Ausblick auf die Stadt (so komisch es klingt, aber macht es! Von mir gibt es keine Bilder als Spoiler (; Sorry!)

Lustigerweise war anscheinend „Wochenende der Deutschen“. Bei der Stadtrundfahrt und auf der Fähre nach Suomenlinna saßen vor und hinter uns Deutsche. Auch im Restaurant konnten wir unsere Muttersprache öfter hören. Das war schon komisch aber doch ganz witzig!

Das wars dann diese Woche von mir. Moi Moi!